Was ist Jiu-Jitsu?
Jiu-Jitsu ist eine der ältesten Kampf- und Verteidigungsarten, aus der sich in Deutschland die Budosportarten Judo u. Karate und die Budokunst Aikido herauskristallisiert haben. Diese drei Budostile weisen in ihrer modernen Form kaum noch Gemeinsamkeiten auf, da sie nur Teilbereiche des Jiu-Jitsu besonders betonen und weiterentwickelten.Im Jiu-Jitsu finden sich dagegen alle drei Budoarten wieder. Bezeichnend für das Jiu-Jitsu in traditioneller Form ist die Kombination verschiedener Budoprinzipien. Zu einem individuell geprägten und effektiven Stil des einzelnen Budoka gehören Übungen, die in Einklang mit Leib und Seele das innere Gleichgewicht ebenso spiegeln, wie die Perfektion der Technik. In diesem angestrebten Ziel liegt das Wesen der traditionellen Kampfkunst Jiu-Jitsu. Hierin unterscheidet sie sich wesentlich von allen anderen Budostilen und leistungsorientierten Kampfsportarten. Das moderne Jiu-Jitsu unterscheidet sich vom klassischen vor allem durch die Einbeziehung des Aspektes der modernen Selbstverteidigung. Dieses stellt sich z. B. dadurch dar, dass statt der Handhabe traditioneller japanischer Waffen die Abwehr gegen moderne Waffen (Messer, Stock, Pistole) trainiert wird. Auch Frauenselbstverteidigung und der sportliche Vergleich untereinander gehören zu dieser modernen Definition des Jiu-Jitsu.
Was unterscheidet das Jiu-Jitsu von anderen Kampfsportarten?
Die traditionelle Ausrichtung wird besonders durch die Prüfungsordnung der Deutschen Jiu-Jitsu Union e.V. geprägt. In dieser ist anders als in anderen Budoverbänden, die Abwehr gegen verschiedene Angriffe, nicht zwingend vorgeschrieben. Dadurch wird die individuelle Fertigkeit des einzelnen Budoka gefördert. Durch die individuelle Entwicklung von Fähigkeiten und der Berücksichtigung der persönlichen Voraussetzungen (unter anderen Alter, Größe, Gewicht des Budoka) lässt sich der Geist mit dem Körper entwickeln.
